Samstag, 14. Juni 2014

Elbe, Ilmenau und Seeve



Unverhofft kommt oft. Heute galt es ein Fahrrad einzuweihen, das Mitte März geliefert hätte werden sollen - tun - tat es aber erst vergangene Woche. Nun ja, man muss die Feste feiern wie sie fallen und so trafen wir uns spontan zur ersten großen Ausfahrt. Spontan auch die Streckenplanung und spontan saß der Pinscher im Fahrradkorb. 



spontan

Große Wolkenfetzen jagten über den Himmel als wir hinter dem Elbdeich längs bis Moorfleet und weiter auf dem Marschdammweg hinaus zum Zollenspieker fuhren. Wo es denn nach Geesthacht längs gehe fragten zwei ältere Herren mit vollbepackten Reiserädern, die eher nach Bergwandern, denn nach Radfahrern aussahen. "Achso, ja dann fahren wir ihnen einfach hinterher!" Den Segnungen modernster Elektromotorisierung geschuldet, gelang es uns nicht, die sich selbst eingeladenen wieder abzuschütteln. "Jetzt da hinten ganz rechts, und dann immer gerade aus!"  - Das wars. Am Zollenspieker war verhältnismäßig wenig los - gab es schon Fußball? Die Fähre war nur halb voll. Beim Kiosk in Hoopte sind die besten Mandelhörnchen im Nordwesten Niedersachsens angesagt. Wir genehmigten uns eins, und ein Fischbrötchen und einen Kaffee und....nein das war es. Sogar den verlockenden Kiosk im Ilmenauhafen ließen wir links liegen, obwohl wir seit der letzen Pause schon wieder 900 m gefahren waren. 


Foto L.v.B.

"Reiher, sind das!" - "Nein, das eine ist ein Storch!" - "Nein alles Reiher, Graureiher, die haben je keinen roten Schnabel" - "Doch, aber der ist gerade in der Wäsche!" .....Wir folgten ein kurzes Stück dem Lauf der Ilmenau und jenseits des Deiches auf den Wiesen gab es allerhand Gevögels zu sehen. Auf einer anderen Wiese standen dann wirklich acht Störche. "Sieben!" - "Nein acht, einer hat sich hingelegt". An der Ilmenau ist es wundervoll. Ein kurzer Schlenker ins weite Land und dann geht die Fahrt weiter an der Seeve - etwas schmaler, aber auch ein nettes Flüsschen. An unserem Weg lag der Bahnhof Maschen, Europas größter Güterbahnhof. Wir beschlossen einen kurzen Abstecher auf die Brücke, die den Bahnhof überspannt. Hier gibt es immer was zu gucken, Märklin in XXL. 

Bahnhof Maschen

An einem kleinen Badesee überlegten wir kurz hinein zu springen. Unter Wolken war es jedoch heute recht kühl. Lediglich der Pinscher musste dran glauben. Sein schmutziger Bauch und der dezente Wildgeruch hatten mich schon ein paar Tage gestört. Obwohl der Pinscher ein ganz passabler Schwimmer ist, hasst er Wasser wie die Pest. Was denn, der Bauch ist ja immer noch nicht sauber, also noch mal rein in den See!


Badesee bei Harburg

In einer Kleingartenkolonie in Neuland stockte uns der Atem. Hier wohnen echte Germanen! Das ist unglaublich, das ist nicht wahr - das muss eine Karikatur sein! Entsetzt führen wir weiter - natürlich nicht ohne ein Foto vom Gesamtkunstwerk. 


Germanisten in Neuland

Zu hause haben wir dann noch schnell gekocht. Drei Gänge Menue in 20 Minuten und nach 80 km strampeln hat das natürlich vorzüglich gescheckt. Ein toller Abschluss für einen wunderbaren Tag mit Freunden.