Montag, 2. Mai 2016

Ein Hauch von Sommer




Schon beim Morgenspaziergang, der heute, dem gemeinsamen ausgiebigen Ausschlafen geschuldet, kurz vor Mittag statt fand, war der Pinscher wie ausgewechselt. Die feuchte Nase im lauen Wind, der Schritt fast beschwingt, das hatte ich seit vielen Monaten bei meinem von Artrose geplagten altenrnden Hündchen nicht mehr gesehen. Portugiesische Croisants waren schon aus beim Bäcker - dann musste eben das französische Original her. Milchkaffee, Gebäck mit Honig, die digitale Morgenzeitung - der Tag konnte beginnen. 


Nichts großes, eine Runde zur Fähre flussaufwärts schien mir geeignet. Ein wenig auf dem Deich liegen und in den blauen Himmel starren, Ruhe genießen. So einen Deich hat man ja nie für sich alleine, selbst an einem Montag Nachmittag nicht. Egal, nun bin ich ein Drama reicher, das Drama der jungen Frau, die sich 20 m hinter mir nieder ließ, mit ihrer Kreditkarte und dem Harburger Bankangestellten. Das brauchte schon Elan, derart ins Mobilphone zu brüllen. Beim Aufstehen rammte mich fast die erste Schwalbe - huch? Sommer?


In Hoopte gab es Filterkaffee und Mandelhörnchen bei den Russen. Der Pinscher genoss derweil Aufmerksamkeit und hoffte bei Verehrern etwas abstauben zu können. Fährflatrate: 13.03.. 11.04., 02.05. sagen die Stempel. Da werde ich diesen Sommer wohl noch einmal nachlegen müssen. Über die Deiche an der Doven Elbe fuhren wir gemütlich nach Hause, bis mich der Ehrgeiz packt und ich eine Rennradfahrerin vor mir ins Visier nahm. Langsam arbeiteten wir uns heran. Soll ich oder soll ich nicht? Wie stehe ich denn vor dem Pinscher da, wenn sie uns wieder überholen wird? Ich passte einen guten Moment ab und zog davon :)





Dem Pinscher hat es gefallen. Ich hatte nicht geglaubt, dass er je wieder mit solch einer Freude beim Radeln dabei sein wird. Nun liegt er auf dem Kopfkissen und träumt Radfahren. Wußtet ihr eigentlich, dass Hunde von allen Säugetieren die meisten und längsten Traumphasen im Schlaf haben? Frühsommerträume.