Mittwoch, 25. November 2015

Bergpinscher


....war die kurze Antwort auf eine genau so wenig ernst gemeinte Frage in sauberem Schwiitzerdütsch, vorgetragen auf dem 2.426 m hohen Roque de los Muchachos. Womit wir den Mund deutlich zu voll genommen hatten, aber erst mal die Geschichte von vorne. 

Seit drei Tagen weilt der Pinscher auf La Palma und residiert in der Inselhauptstadt Stanta Cruz. Nach einer holprigen Ankunft hätte das heute ein richtig guter Tag3 werden können. - Hätte, aber schon am Morgen gab es Ärger. Eigentlich wollten wir nur Brötchen holen, aber dann dachte ich, es sei eine gute Idee, wie gestern Abend die Hafenmole längs zu laufen und noch einen Blick aufs Meer zu werfen. Pustekuchen - das sah dort heute Morgen ganz anders aus als gestern, überall Absperrungen. Naja - Absperrungen, der Pinscher drunter, ich drüber und weiter.... bis zu dem markanten Pfiff von hinten. Ein kleiner Spanier mit beeindruckender Uniform und bemerkenswerter Waffensammlung eilte uns nach. Auf englisch erklärte er dort ginge es nicht weiter. Auf englisch erklärte ich, doch, da sei ich ja gestern Abend schon gewesen und dort gehe es sehr wohl weiter. Danach verließ ihn sein Englisch, aber ein Kollege kam ihm zur Hilfte und drohte handgreiflich zu werden. Naja, muss ja nicht, war ja auch nur so eine Idee..... Schuld war wohl, wie mir ein netter älterer englicher Gentleman beim "abführen" erklärte, die AIDA-Kreuzfahrdose, die seit der Nacht im Hafen ankert, und das sei überall in Europa so und das sei seit 2001 so.....und so. Wärend wir also3 so zum Bäcker zurück trotteten, beobachteten wir die AIDAisten, wie sie in albernen bunten Touristeneisenbähnchen zu den Melkstellen gefahren wurden - selber schuld.


Das Frühstück war gut, es gab Leberwurstbrot für den Pinscher. Am Berg braute sich Unheil zusammen, darum beschlossen wir einfach über das Unheil hinaus zu fahren. Von 0 auf Zweieinhalbtausend Meter in etwas mehr als einer Stunde war ein gewaltiger Ritt und das Unheil war tatsächlich tief unten. Wir hatten uns ganz hinauf, vorbei an den Sternwarten, von der man in den klarsten und schwärzesten Nachthimmel der nordlichen Erdhalbkugel schauen auf den Rand des Vulkankraters gekämpft. Die wenigen Meter vom Parkplatz bis zur Bergspitze sollten bei strahlendem Sonnenschein ein Genuss sein, offenbarten jedoch das unerwartete 3Dilemma des Pinschers: Atemnot, Herzrasen, Schwäche. Wir merkten die dünne Luft wohl auch, doch das kleine Kerlchen kam schon nach ein paar Metern nicht mehr hinterher und musste getragen werden. Zu allem Überfluss kam bei der Abfahrt auch noch ein Großteil der Frühstücksleberwurst retour und ein Abschließender Besuch am tosenden Atlantik war für den grundsätzlich wasserscheuen Hund ebenfalls ein Minderhighlight.


Erst das nach dem Abendessen gereichte zarte, in Knoblauch eingelegte Schweinefilet brachte eine gewisse Entspannung der Situation. So herrlich der Ausflug auf den Vulkan auch war, nun ist guter Rat teuer. Auf weitere Bergtouren verzichten oder vielleicht eine Tragevorrichtung für das Tier basteln und ihn durch den Krater schleppen? Wir werden mal in uns gehen.