Mittwoch, 2. Dezember 2015

Vulkanien


La Palma ist ein Pulverfass. Betrachtet man ein Satellitenbild so fällt zunächst der Riesige Krater in der Mitte der Insel auf und bei genauerem Hinsehen die vielen "kleinen", also nur wenige hundert Meter hohen Krater. Einen solchen, einen recht neuen, aus dem vergangenen Jahrhundert, wollten wir heute besteigen.


26 Grad, windstill, sonnig, beste Voraussetzungen für den Aufstieg. Flachlandstelzen - gar nicht gut. Aus diesem Grund, und weil eingemauerte Bananenplantagen wenig erbauend sind, nahmen wir erst einmal das Auto. Genügend Höhenmeter um semtliche Anhöhen der nordeutschen Tiefebene in Folge zu erklimmen, würden dennoch heute übrig bleiben. Vorbei an Pferdekoppeln, Bernhardiener rechts, Dogge und Terrier links, Weinfelder (der liegt hier standartmäßig flach auf dem Boden) kämften wir uns hinauf bis zu Waldrand.


Dort fing die eigentliche Qual erst an. Fast drei Stunden schoben wir uns über einen in das Lavageröll geräumten Weg durch Kiefernwald in die Höhe. Der Pinscher, mit seinen kurzen Beinchen leistete meisterliches aber pro 100 Höhnenmeter mussten wir dennoch eine längere Pause einlegen. 


Belohnt wurden wir am Ende mit einer bizarren Landschaft aus Asche und Lava. Man konnte den Vulkan fast noch riechen. Als wir uns zu einer längeren Pause nieder ließen wärmte der schwarze Untergrund vorzüglich, was nicht nur dem Pinscher gefiel. 



Fast ein bisschen zu lange hatten wir den herrlichen Platz genossen, gepicknickt und in die Stille gelaucht. Hier oben gab es nichts, was hätte lärm machen können, nicht einmal Vögel oder Insekten hielten sich in der unwirklichen Umgebung auf. Beim Abstieg mussten wir uns sputen. Einmal mehr schneller als erwartet verschwand die Sonne hinter dem Horizont und es war schon Dunkel als wir das Auto erreichten.


Den tapferen Pinscher, der auf dem Abstieg ab und an bedenklich schwächelte, erwartete eine Riesenportion feinstes Rindfleisch. Nun liegt er auf dem Sofa neben mir und verdaut gemütlich schnarchend.