Dienstag, 8. Dezember 2015

Pinscher vom Lavagrill



Gleich nach dem Frühstück brachen wir auf, so gegen 13:00 Uhr. Fairerweise muss man sagen, dass wir herrlich in der Sonne saßen und den einen oder anderen weiteren Tee getrunken hatten. Auch wollten unsere beiden kanarischen Rieseneidechsen, die im Gemäuer hinter dem Haus leben versorgt sein, sie lieben Toastbrot und dann muss man eine Weile bewegungslos sitzen um die Tierchen nicht zu erschrecken.


Eine weite Anfahrt war also heute nicht mehr zu machen. Der Beschluss: einmal um den Krater des San Antonio, auf der Ostseite hinab bis zu den Salinas de Fuencaliente und am Krater des Teneguia vorbei wieder hinauf auf den San Antonio Vulkan. Ambitionierte 13,2 km - zu ambitioniert, wie wir schon nach wenigen hundert Metern merkten. Durch die Lockeren Lava- und Aschefelder ging es sich furchtbar schlecht und der arme Pinscher hatte seine liebe Mühe. Noch schlimmer war jedoch die Hitze der schwarzen Lava, die dem kleinen Tierchen mit seine kurzen Beinen zu schaffen machten. Knapp über dem Geröll mag es wohl an die 50° C gewesen sein. 


Auch Schatten gab es nicht und so beschlossen wir recht bald, die Rückreise mit dem Linienbus anzutreten. Schön war es natürlich trotzdem. Permanenter Blick auf den Ozean, in der Ferne die Vulkane auf El Hierro und La Gomera, im Osten der Lavastrom aus dem Teneguia, der, obwohl zuletzt 1971 ausgebrochen, so aussieht, als sei er gerade erst erkaltet und nur sehr zögerlich von quitschgrünen Pflanzen erobert wird. Weiter unten im Tal wurde schon Wein angebaut. Aufgrund der starken Winde wächst der Wein an der Südspitze La Palmas flach auf dem Boden und nicht an Reben und muss zusätzlich durch flache Mauern aus Lavastein geschützt werden.



Nach gut dreieinhalb Stunden und mehrfachem Befreien der Füße von Lava, die sich in den Wanderschuhen und Socken ständig sammelte waren die beiden Leuchttürme und die Saline in Faro de Fuencaliente in Sicht. Die Salinen sind die letzten, die auf den Kanaren noch in Betrieb sind. Das Salz ist rosa und schmeckt - salzig. Da wir noch eine gute Stunde Zeit hatte bot sich das Café bei den Salzbauern zum verweilen an.


Der Hund sei auf dem Arm zu halten, während der gesamten Fahrt -  oder ähnliches, knurrte der Busfahrer beim Einsteigen. Dem Pinscher gefiel diese Anordnung außerordentlich. Nach einer halben Stunde kurvenreicher Fahrt spie das Fahrzeug uns, zu unserer Freude fast vor der Haustür aus. Unsere neugierigen Nachbarn aus der Dromedarherde standen neugierig am Zaun und ließen sich gerne mit etwas saftigem Grün verwöhnen.


Hatte er nicht schon genug gelitten heute, der Pinscher? Zu Hause brach die Hölle los. Vom Lavagrill gleich unter die Dusche, den feinen Staub aus dem Fell spülen. Wer den Pinscher kennt, der weiß es gibt nichts furchtbareres als Wasser, aber in dem Fall konnten wir nicht davon absehen. Von Frauchen sorgsam trocken gerubbelt und in sein Handtuch gepackt gab es dann zur Belohnung einen grandiosen Sonnenuntergang Richtung Amerika, aber der Pinscher war schon eingeschlafen.