Sonntag, 6. April 2014

Weltuntergänge und andere wiederkehrende unangenehme Ereignisse


Der Pinscher ist ein mutiger Hund, jedenfalls wenn es darum geht den Nachbarn die Grundstücksgrenzen zu zeigen oder dem Paketboten klar zu machen, dass hier nichts mitgenommen wird - garnichts, überhauptnichts!!! Sollte jemand so gerissen sein, unbemerkt bis zur Klingel durchzudringen und dann gar so unverfroren auf den Knopf zu drücken, dann kann man den Pinscher erleben, in voller Größe und mit beeindruckender Lautstärke.  

Ganz anders stellt sich dieser tapfere Hund jedoch bei weltungergangsähnlichen Ereignissen, wie z.B. Feuerwerken dar. Mit angelegten Ohren, den nicht vorhandenen Schwanz virtuell eingeklemmt, geduckt heranschleichend vorsichtig mit der Nase Herrchens Bein stupsen an Freitag Abenden bedeutet, auf dem 5 km entfernten Heiligengeistfeld ist mal wieder DOM und es findet, für Menschenohren kaum wahrnehmbar, das allwöchentliche Feuerwerk statt. 


Das Übel hat in Hamburg viele Gesichter und stets andere Namen. "Japanisches Kirchblütenfest", "Hafengeburtstag", "Frühlings-, Sommer- und Winterdom", "Alstervergnügen", diverse Schiffstaufen und mündet final in das alljährliche Sylvesterfeuerwerk. Alles Gelegenheiten von der Bestie zum herzchenklopfenden Schoßhund zu mutieren. Der Untergang ist stets näher als man denkt, z.B. gestern Abend, als die Segelclubs auf der Alster ihren Saisonauftakt mit satanischen Effekten zelebrierten.